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Armutslöhne hoch subventioniert

Berlin. Immer mehr Beschäftigte in der Hauptstadtregion verdienen so wenig, daß sie ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken müssen. Wie der DGB am Mittwoch mitteilte, waren Mitte vergangenen Jahres 111725 Beschäftigte in Berlin und 72942 in Brandenburg betroffen. Rund. 700 Millionen Euro jährlich muß die öffentliche Hand nach DGB-Berechnungen aufwenden, um Beschäftigten in Berlin und Brandenburg die Existenz zu sichern. 55232 Arbeitskräfte in der Region gingen einer Vollzeitbeschäftigung nach, ohne davon leben zu können. Hinzu kommen den Angaben zufolge 35239 Teilzeitkräfte mit sozialversichertem Job, die mehr als 400 Euro im Monat verdienten. Auch sie zahlten Sozialbeiträge, ohne von ihrer Arbeit leben zu können. Für die vollzeitnahen Beschäftigten mit Verdiensten von über 800 Euro müsse der Armutslohn im Schnitt durch Hartz IV um gut 500 Euro im Monat aufgestockt werden, damit das gesellschaftliche Existenzminimum sichergestellt werden kann.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.01.2009, Seite 5, Inland

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