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24.12.2008
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Falscher Bürgermeister
Die New York Times hat sich am Montag für die Veröffentlichung einer angeblichen Kritik des Pariser Bürgermeisters Bertrand Delanoë an den politischen Plänen von Caroline Kennedy entschuldigt. Bei der vermeintlichen Email des Bürgermeisters der Sozialistischen Partei habe es sich um eine Fälschung gehandelt, meldete die Chefredaktion am Montag auf der Internetseite der Zeitung. Diese hätte niemals ohne vorherige Prüfung veröffentlich werden dürfen. In der in der Montagausgabe des renommierten Blatts veröffentlichten Email fragte sich der angebliche Bürgermeister der französischen Hauptstadt, mit welchem Recht die Tochter des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy für den frei werdenden Senatsposten von Hillary Clinton in New York kandidieren wolle. Darin könnten »die Franzosen« nur einen Versuch des »untergehenden Kennedy-Clans«, die Polit-Dynastie aufrechtzuerhalten, erkennen. Dies sei »befremdend und unmöglich«. Die New York Times hat sich bereits bei Delanoës Büro entschuldigt.
Die republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin war während des Wahlkampfs einem ähnlichen Scherz aufgesessen: Sie unterhielt sich angeregt mit einem kanadischen Komiker in der Annahme, es handele sich um den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. (AFP/jW)
Die republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin war während des Wahlkampfs einem ähnlichen Scherz aufgesessen: Sie unterhielt sich angeregt mit einem kanadischen Komiker in der Annahme, es handele sich um den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. (AFP/jW)
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