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Hessen läßt Ruander frei

Berlin. Zwei in Deutschland wegen des Verdachts auf Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit inhaftierte Ruander sind wieder auf freiem Fuß. Die beiden Männer seien am Montag freigekommen, sagte Staatsanwältin Hildegard Becker-Toussaint vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main am Mittwoch. Hintergrund sei eine Entscheidung der Berufungskammer des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda in Den Haag von Anfang Oktober, demzufolge bei einer Auslieferung der beiden in ihre Heimat Ruanda kein faires Verfahren gewährleistet werden könne. Einer der beiden Männer war im April in Hessen verhaftet worden, der zweite Anfang Juli. Ihnen wird von der ruandischen Justiz vorgeworfen, 1994 Massaker an der Tutsi-Minderheit in dem afrikanischen Land angeordnet und sich an ihnen beteiligt zu haben.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.11.2008, Seite 5, Inland

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