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Bombodrom auch für Bodentruppen

Potsdam. Die Bundeswehr will die Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide bei Wittstock im Norden Brandenburgs als Truppenübungsplatz offenbar ausweiten. Das geht aus dem »Konzept für die Nutzung der Luft-Boden-Schießplätze in der Bundesrepublik Deutschland« hervor, das den Potsdamer Neueste Nachrichten (Wochenendausgabe) vorliegt. Der Generalinspekteur der Luftwaffe, Klaus Peter Stieglitz, konkretisiere in dem als Verschlußsache deklarierten Papier erstmals, was die Militärs auf dem 120000 Quadratmeter großen Areal zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vorhaben. Laut Zeitungsbericht sollen spätestens ab 2017 – wie bislang bekannt – Kampfflugzeuge im Tiefflug 1700 Mal pro Jahr den Einsatz gelenkter und ungelenkter Waffen üben. Zusätzlich vorgesehen sei nun, daß auch Bodentruppen mit einer Stärke von bis zu 1000 Mann das Zusammenspiel mit den Fliegern in komplexen Einsatzszenarien erproben. Die Luftwaffe plane, das sogenannte Bombodrom als zentralen Übungsplatz für sich und die NATO-Partner in Westeuropa zu etablieren, schreibt das Blatt. Die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke) nannte die Pläne eine »Kampfansage« gegen eine ganze Region und deren Zukunft.(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.11.2008, Seite 5, Inland

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