Zum Inhalt der Seite

Kinderärzte schlagen Alarm

Bad Orb. Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist nach Einschätzung des zuständigen Ärzteverbands massiv gefährdet. Etwa 35 Prozent der aus Altersgründen freiwerdenden Kinder- und Jugendarztpraxen fänden keine Nachfolger mehr, im Osten seien es sogar bis zu 60 Prozent, erklärte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, am Montag in Bad Orb.

Unter anderem sei die Versorgung ärmerer Kinder in Gefahr, sagte Hartmann, und warnte vor einer Zwei-Klassen-Medizin. Für die Mißstände machte er vor allem Fehler der Gesundheitsreform verantwortlich.
Anzeige

Schon jetzt sei das Durchschnittsalter der Kinder- und Jugendmediziner mit über 45 Jahren eines der höchsten in allen Arztgruppen. Mit den drohenden Praxisschließungen sei bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre eine flächendeckende Versorgung nicht mehr gesichert. Viele Ärzte seien nicht mehr bereit, sich in Wohnvierteln mit einem hohen Anteil an Arbeitslosen, Migranten und anderen Benachteiligten niederzulassen, weil sie dort notwendige zuwendungs- und zeitintensive Tätigkeiten nicht finanzieren könnten.

(AP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 14.10.2008, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!