Zum Inhalt der Seite

Grüne Tomate

Zum ersten Mal wurde am Dienstag der Preis »Die grüne Tomate – ausgezeichnet unreif« für »dreistes Greenwashing«, das heißt für gezielte Versuche, ein Produkt ökologisch korrekter darzustellen, als es tatsächlich ist, vergeben. Dahinter steckt utopia.de, eine Art Internet-Bioladen, der sich mit Kaufvorschlägen für »strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil« hauptsächlich an Die Grünen wählende Besserverdienende richtet. Voll konstruktiv, ey: »Der Preis soll keineswegs nur anprangern, sondern – ausgestattet mit einer ›Pflegeanleitung‹ – den Ausgezeichneten auch auf die Sprünge helfen, am Ende doch für positive Veränderungen im Sinne einer nachhaltigeren Gesellschaft zu wirken«, heißt es in einer Pressemitteilung. »Die Grüne Tomate« für den September bekommt CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, für seinen am 23.7.08 verlautbarten Satz: »Kernkraft ist für die CDU Ökoenergie«. (jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 01.10.2008, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!