-
30.08.2008
- → Ausland
Karadzic verweigert Antwort auf Anklage
Den Haag. Der frühere bosnisch-serbische Führer Radovan Karadzic hat sich geweigert, zur Anklage im Haager Kriegsverbrecherprozeß gegen ihn Stellung zu nehmen. Statt dessen will er die Zuständigkeit des UN-Kriegsverbrechertribunals anfechten. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn am Freitag vor dem Tribunal in elf Punkten an, darunter Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nachdem Karadzic es in der Anhörung ablehnte, sich schuldig oder nicht schuldig zu bekennen, legte Richter Iain Bonomy für ihn »nicht schuldig« fest – wie in solchen Fällen üblich. «Angesichts meines Standpunkts zu diesem Gericht werde ich nicht plädieren», sagte Karadzic, auf die Frage, ob er sich der Anklage des Völkermords schuldig oder nicht schuldig bezeichne. «Dieses Gericht stellt sich fälschlich als Gericht der internationalen Gemeinschaft dar, wo es tatsächlich ein Gericht der NATO ist mit dem Ziel, mich zu liquidieren.» (AP/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Ausland