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Gerücht gekocht

Nach einer Mitteilung des Mediendienstes »Kress-Report« will der Journalist und Verleger Jakob Augstein, Erbe des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, »für knappe 650000 Euro« die linke Wochenzeitung Freitag »zum privaten Vergnügen kaufen«. »Eine neue Redaktion und vom Guardian fremd eingekaufte Inhalte« sollen laut dieser Mitteilung dafür sorgen, daß vom Freitag »nicht mehr als der Name übrig bleibt«. Augstein hat dieses Ansinnen nicht bestätigen wollen. Und auch beim Freitag weiß man nichts von der feindlichen Übernahme. Lutz Herden, einer der beiden Redaktionsleiter, bestätigte im ND vom Donnerstag unter der lustigen Überschrift »Findet Freitag jetzt Robinson?«, daß man nach Investoren suche: »Der Name Jakob Augstein war aber recht neu für uns.« Vorerst kommt diese feindliche Übernahme also aus der Gerüchteküche. Man wüßte umso lieber, wer da am Herd steht. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.04.2008, Seite 12, Feuilleton

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