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581 Munitionsunfälle in Nord- und Ostsee

Emden/Koblenz. 581 Munitionsunfälle hat es in der deutschen Nord- und Ostsee seit Kriegsende gegeben, 283 davon endeten tödlich. Dies geht aus einer am Dienstag in Koblenz vorgestellten Untersuchung des Meeresbiologen Stefan Nehring hervor. Zudem müsse man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, weil munitionsbedingte Verletzungen von Sporttauchern oder Phosphorunfälle in der Fischerei nicht ausreichend dokumentiert würden. Nehring kritisierte, daß kaum öffentliches Datenmaterial vorhanden sei. Er forderte Bundeswehr und Behörden auf, angesichts der Gefahrenlage konkrete Zahlen zu nennen.

Bei der Munition handelt es sich nach seinen Angaben nicht nur um Altlasten vergangener Weltkriege. Der Meeresbiologe verweist auf große Übungsgebiete der Bundeswehr sowohl an der Nordsee- als auch an der Ostseeküste. Die versenkte Munition stamme vielfach aus Beständen der Bundeswehr, der Nationalen Volksarmee der DDR, der sowjetischen Armee und der NATO. Nach Nehrings Einschätzung liegen auf dem Grund der Nordsee rund 400000 Tonnen Munition. Die Mengen seien deutlich größer als in der Ostsee. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.04.2008, Seite 4, Inland

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