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Heye: »Ethnische Säuberungen«

Berlin. Der Verein »Gesicht Zeigen« sieht eine neue Qualität rechter Gewalt im Osten Deutschlands. Immer öfter rückten gewerbetreibende Migranten ins Visier rechter Extremisten, sagte der Vorsitzende des Vereins, Uwe-Karsten Heye, am Montag in Berlin. Er betonte: »Es handelt sich um eine gezielte Strategie der Rechtsextremisten zur ethnischen Säuberung und zur Vernichtung von Existenzen«.

Als Beispiel nannte Heye das Land Brandenburg, wo es 2007 sechs Fälle von Brandstiftungen und fünf Fälle von Sachbeschädigungen an ausländischen Gewerbeeinrichtungen gegeben habe. Heye hatte kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einer Äußerung über sogenannte No-Go-Areas in Ostdeutschland für Wirbel gesorgt. Der frühere Bundesregierungssprecher sagte damals, es gebe »kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo«, wo er »keinem, der eine andere Hautfarbe« habe, »raten würde, hinzugehen«. Besucher würden solche Orte »möglicherweise lebend nicht wieder verlassen«. Später äußerte Heye Bedauern über seine »zugespitzten Äußerungen«. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.03.2008, Seite 5, Inland

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