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Zentralrat der Juden gegen Eisernes Kreuz

Landau. Die vorgeschlagene Einführung des Tapferkeitsordens Eisernes Kreuz bei der Bundeswehr stößt auf scharfe Kritik des Zentralrats der Juden. Grundsätzlich könne es keine Einwände gegen eine spezielle Auszeichnung für besondere Tapferkeit von Bundeswehrsoldaten geben, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der Zeitung Rheinpfalz am Sonntag. Jedoch dürfe nicht an unselige Traditionen angeknüpft werden, »die während des Nationalsozialismus zum größten Menschheitsverbrechen geführt haben«. Die Bundeswehr sei eine demokratische Parlamentsarmee, »die in keiner traditionellen Verbindung zur Wehrmacht steht«. Offenbar habe die Führung der Bundeswehr einen »Testballon« starten wollen. Es sei völlig unverständlich, warum immer wieder versucht werde, an alten Traditionen anzuknüpfen, die mit der Bundeswehr nichts zu tun hätten.

Die Wiedereinführung des Eisernen Kreuzes hatte der an der Universität der Bundeswehr in München lehrende Historiker Michael Wolffsohn vorgeschlagen. Zuvor hatte Bundespräsident Horst Köhler ein neues Ehrenzeichen für »außergewöhnlich tapfere Taten« von Bundeswehrsoldaten angeregt. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.03.2008, Seite 4, Inland

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