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Mit dem roten Keil schlage die Weißen!
Gesellschaftliche Auseinandersetzung über das Medium Plakat. Ein Wettbewerb anlässlich der 32. RLK
Ein roter Keil dringt in einen weißen Kreis ein, hat dessen Mitte bereits erreicht. Klein, zierlich geradezu, die begleitende, schriftliche Aufforderung »Mit dem roten Keil schlage die Weißen«; »die Weißen« – damit sind die antibolschewistischen Milizen gemeint. El Lissitzkys Auftragsarbeit für die Bolschewiki, 1919 oder 1920 entstanden, kommuniziert visuell stärker als verbal, verständlich, auch ohne Lesekenntnisse, die graphische Aufforderung zur Beteiligung am revolutionären Befreiungskampf.
Poster sind historische Dokumente, Agitationsmittel par excellence. Sie spiegeln politische Auseinandersetzungen, sind zentrales Ausdrucksmittel linker Bewegungen.
Erstmals 2025 riefen die Tageszeitung junge Welt und das Rote Atelier, ein Kollektiv junger Gestalterinnen und Gestalter, zu einem Plakatwettbewerb anlässlich der Rosa-Luxemburg-Konferenz auf. »Plakate gegen Krieg« war das Thema, die Ausstellung im hinteren Teil des großen Veranstaltungssaals begeisterte. Beteiligung und Qualität der Beiträge waren Grund, mit weiteren Partnern den Wettbewerb erneut in diesem Jahr auszurichten.
Offener die Themensetzung, moderat die Professionalisierungen, klar der Rahmen: Auf der kommenden Rosa-Luxemburg-Konferenz am Sonnabend, dem 9. Januar, werden die ausgewählten Arbeiten erstmalig ausgestellt, um dann den Rest des Monats in der Maigalerie der jW zu sehen zu sein. Eile ist geboten: Nur noch bis zum 20. November können noch Arbeiten eingereicht werden.
Der Wettbewerb »Das politische Plakat« ist der Versuch, linker Plakatgestaltung zu der ihr gebührenden Aufmerksamkeit zu verhelfen, der gestalterischen Arbeit, die oft unbezahlt für die Bewegung geleistet wird, Wertschätzung auszudrücken, Gelungenem das Publikum zu vergrößern. Nicht die kommerzielle Verwertbarkeit von Gebrauchsgraphik ist zentral, sondern die Vielfalt klassenkämpferischer Gestaltung.
Die Auswahl der auszustellenden, der derart prämierten Arbeiten liegt daher in diesem Jahr in den Händen einer dreiköpfigen, externen Jury:
Die illustratorischen Arbeiten von Marc Hennes, Gestalter, Typograph und Comicautor aus Berlin, erschienen bereits in Blättern wie der New York Times, der Zeit und dem Freitag.
Sabine, Mitgründerin des Stuttgarter Designkollektivs »Studio Aufbruch«, studierte Kommunikationsdesign in Dessau und arbeitet mit ihren Kollegen an Konzepten und Gestaltung für progressive Kunden.
Richard Frick aus Zürich ist Dozent für Typographie und Gestalter. Er sammelt Plakate, politische. Über 6.000 Exemplare umfasst seine Sammlung.
Die 100 besten politischen Plakate des Jahres 2026 werden anschließend als kleiner Band im mit der Tageszeitung junge Welt befreundeten Letatlin-Verlag veröffentlicht.
→ Details zum Plakatwettbewerb des Roten Ateliers mit der jW finden sich auf daspolitischeplakat.de, über die auch Einsendungen vorgenommen werden können.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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