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Die Habenichtse haben eine Stimme

Parteiische Berichterstattung unterstützen – mit einem Abo der Tageszeitung junge Welt

Von Aktion und Kommunikation
Foto: Seeliger/IMAGO
Im Berliner Mauerpark zum Ostermarsch 2026

Die gesellschaftliche Spaltung in Zahlen: »Im Jahr 2025 entfielen 95 Prozent des Gesamtwerts der steuerlich berücksichtigten Vermögensübertragungen durch Erbschaften und Schenkungen auf die westlichen Bundesländer«, meldete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Eine deutsche Einheit, wie sie sicher wieder am 3. Oktober bei offiziellen Veranstaltungen herbeibeschworen wird, existiert auch beim Erben nicht.

Die Tageszeitung junge Welt hat ihre Wurzeln in der DDR und verfügt daher über eine lange Erfahrung, um die Einstellungen der ostdeutschen Bevölkerung einzuordnen. Andererseits ist sie mittlerweile die einzige gedruckte linke Tageszeitung in der BRD und wirft einen Blick auf die Welt aus der Sicht der Beschäftigten und nicht der Eigentümer. Mit diesem Rüstzeug und einer marxistischen Orientierung lassen sich die herrschenden gesellschaftlichen Zustände ganz anders einschätzen. Und alles deutet darauf hin, dass die Schlussfolgerung, alles so zu belassen, wie es ist, grundfalsch ist.

Bei anderen, oft zitierten Zeitungen sieht das schon anders aus: Einige Medien sind Garanten für »die Wirtschaft«, also für das Kapital, und dürfen sich immer noch über satte Einnahmen aus Anzeigen freuen. Wobei auch hier die fetten Jahre vorbei sind, weil die Plattformen von »Big Tech« das Publikum täglich Stunden vor die Bildschirme fesseln.

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Doch die guten alten Medienschiffe sind auch Garanten »der Demokratie«. Wenn sie im Chor mit Politikern nicht mehr ernstzunehmender Volksparteien den Untergang herbeischreiben – weil angeblich der Kommunismus in der Bundeshauptstadt dräut, nicht etwa wegen der Wahlsiege einer erzreaktionären, protofaschistischen Partei –, dann ist das eine Qualifikation für die nächsten Kampagnen von Ministerien, Bundeswehr oder Verfassungsschutz. Der Alarm hat schon bei der Regierung der Ramelow-Linkspartei nicht gestimmt, doch die zarteste Diskussion über soziale Ungerechtigkeiten schwört anscheinend stets Stalin und Mao herauf.

Wer seit 1990 in der Opposition ist wie die Tageszeitung junge Welt, bekommt diese Zuwendungen in Form von Anzeigengeldern nicht. Das ist auch gut, denn das schafft eine Unabhängigkeit der Berichterstattung von Kirchen, Konzernen und Staatsräson. Doch diese Eigenständigkeit hat einen Preis – und den zahlen ihre Abonnentinnen und Abonnenten monatlich aus Überzeugung. Im Gegenzug bekommen sie Nachrichten, die ihnen etwas nützen. An welcher Stelle finden die neuesten Angriffe auf Sozialstaat und Arbeitsrechte statt? Welcher Rüstungskonzern darf schuldenfinanziertes Geld in Destruktionsmittel ummünzen? Wer hat wann wo die Nase voll und streikt oder protestiert? Hinzu kommt noch der spezifisch ostdeutsche Blick auf die Republik.

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.10.2026, Seite 16, Aktion

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