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Afghanische Leibwächter schossen in die Menge

Kabul. In einem internen UN-Untersuchungsbericht sind gravierende Vorwürfe gegen Leibwächter von afghanischen Abgeordneten erhoben worden. Diese hätten nach einem schweren Selbstmordanschlag Anfang des Monats in der nordafghanischen Provinz Baghlan willkürlich in die Menge geschossen, hieß es im wöchentlichen Bericht der UN-Abteilung für Sicherheit, der der Nachrichtenagentur AP am Montag vorlag. Bis zu zwei Drittel der 77 Toten und 100 Verletzten seien am 6. November von Kugeln der Leibwächter getroffen worden, heißt es in dem Bericht weiter. So sollen die Leibwächter in dem Chaos nach der Detonation mehrere Minuten lang in die Menge geschossen haben. Es gibt dem Papier zufolge keine Anzeichen, daß die afghanischen Behörden sich bemühten, die Schützen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Bei den Toten handelte es sich um 61 Schüler, fünf Lehrer, sechs Parlaments­abgeordnete und fünf Leibwächter. Zu der Tat bekannte sich niemand. Die Taliban bestritten eine Verwicklung in den Anschlag.

Ein Selbstmordattentäter im Südwesten Afghanistans riß am Montag sechs Polizisten mit sich in den Tod. 14 weitere Menschen wurden verletzt, als der Mann seinen Sprengstoffgürtel vor dem Haus des Gouverneurs der Provinz Nimros zündete, wie dessen Stellvertreter Maluang Rasuli mitteilte.(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.11.2007, Seite 2, Ausland

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