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Knausrig-ratlos

Hollywood steht vor einem Streik der Drehbuchschreiber und die US-Unterhaltungsindustrie vor einer der größten Krisen seit Jahrzehnten. Im Tarifkonflikt mit den Studiobossen rief die Gewerkschaft der Autoren (WGA) am Freitag in Los Angeles zu einem unbefristeten Ausstand auf. Der Streik soll am Montag beginnen. Zuvor waren Verhandlungen der Drehbuchautoren mit dem Verband der Produzenten über höhere Beteiligungen gescheitert. Der Unterhaltungsindustrie drohen nun Einbußen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar. Die Kreativen verlangen höhere Beteiligungen an den DVD-Verkäufen von Fernsehserien sowie schnellere Bezahlung für Programme, die im Internet oder über Mobiltelefone verbreitet werden. TV-Stars wie David Letterman und Jay Leno, deren legendäre Sprüche vor allem von WGA-Autoren erdacht werden, könnten plötzlich im Regen stehen. Der Bürgermeister von Los Angeles rechnet bereits mit Verlusten von bis zu einer Milliarde Dollar.

Die Auswirkungen auf die großen Hollywood-Studios dürften sich zunächst in Grenzen halten, da mehrere unter ihnen vorgesorgt haben. Nach Branchenberichten verfügen einige Großstudios über eine Reserve von fünf produzierten Filmen. Auch bei den Seifenopern reichen die abgedrehten Folgen bis zum Jahresende.
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(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.11.2007, Seite 13, Feuilleton

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