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Italien: Arbeit für SS-Verbrecher Priebke

Rom. Der verurteilte frühere SS-Hauptsturmführer Erich Priebke darf nach dem Urteil eines italienischen Militärgerichts in der Kanzlei seines Anwalts als Übersetzer mitarbeiten. Der Jurist Paolo Giachini erklärte am Mittwoch, dem unter Hausarrest stehenden 93jährigen sei es seit dem vergangenen Monat erlaubt, seine Wohnung für diese Tätigkeit zu verlassen. Priebke beherrsche Deutsch, Italienisch, Spanisch und Englisch. Er komme ins Büro, wenn dies erforderlich sei. Priebke war am 24. März 1944 in der Nähe von Rom an der Erschießung von 335 italienischen Zivilpersonen beteiligt. Das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen war eine der blutigsten Greueltaten der deutschen Wehrmacht in Italien. Ein Verband früherer Widerstandskämpfer erklärte der Zeitung zufolge, man prüfe Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Militärgerichts. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.06.2007, Seite 2, Ausland

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