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Lösung für Tunnelrätsel im Berliner Tiergarten?

Gutachten hatten vor Problemen gewarnt

Berlin hat eine Wasserstraße mehr: Am Donnerstag hatte sich Grundwasser den Weg in die Baustelle des Tunnels gebahnt, der das Regierungsviertel unterqueren soll. Dabei war eine der vorbeiführenden Straßen teilweise eingesackt. Der Tunnelbau gilt nun als einsturzgefährdet. Die Schäden gingen in die Millionen, wird gemeldet. Außerdem seien die Bauarbeiten für Wochen gestoppt.

Nun wird gerätselt, wie das Wasser durchbrechen konnte. Die IG BAU dachte schon mal mit und verwies auf den sandigen Untergrund Berlins.

Die Bürgerinitiative Westtangente Berlin (BIW) machte unterdessen darauf aufmerksam, daß ein Gutachten von 1992 vor den, Problemen durch den Tunnelbau gewarnt hatte. Professor Renger vom Institut für Ökologie der Berliner TU hatte darin angekündigt, es sei »mit erheblichen Eingriffen in den Grundwasserhaushalt« zu rechnen. Der Tunnel staue wie eine Barriere das Grundwasser, stellte Renger fest. Aufgrund unzureichender Angaben hatte er exaktere Untersuchungen des Gebietes gefordert.

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Die Studie verwies vor allem auf ökologische Folgen der geplanten Tunnel im Bereich Tiergarten. In einem Gebiet von insgesamt 700 Hektar werde den Bäumen das gerade in niederschlagsarmen Zeiten notwendige Grundwasser entzogen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) bezeichnete den Wassereinbruch als klares Zeichen für die »Unkalkulierbarkeit der Baumaßnahmen am Potsdamer Platz«. Die Tunnelkatastrophe zeige, daß die Grundwasserströmungen gestört würden und nicht berechenbar seien. Für den Sprecher der Bauverwaltung des Berliner Senats, Klaus-Dieter Gröhler, sind solche Probleme »nie hundertprozentig ausschließbar«, auch nicht durch eine Vielzahl von Gutachten.

jW

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.07.1997, Seite 0, Inland

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