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Intersexuelle ohne Lobby

Berlin. Gegen die Ignoranz der Politik gegenüber den Belangen intersexueller Menschen hat sich Barbara Höll von der Linksfraktion im Bundestag gewandt. Anläßlich der Antwort der Bundesregierung auf zwei Kleine Anfragen ihrer Fraktion zur rechtlichen und gesellschaftlichen Stellung von Menschen, deren Körper sich nicht eindeutig in das »Schema männlich oder weiblich« einordnen läßt, wies sie vergangenen Sonntag auf die »oft verzweifelte Lage« der Betroffenen hin. Die in der BRD übliche operative Herstellung eindeutiger Genitalien kurz nach der Geburt hat auch nach Informationen der Bundesregierung gravierende körperliche und psychische Folgen. Viele Betroffene wünschen sich die Rückkehr zu ihrem Ursprungszustand und die Anerkennung als Intersexuelle auch in personenstandsrechtlicher Hinsicht. Diese Forderungen würden von der Regierung ignoriert, erklärte Höll.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.05.2007, Seite 15, Feminismus

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