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Appell an Köhler: »Begnadigen Sie Klar«

Berlin. Wissenschaftler, Gewerkschafter, Kulturschaffende und Friedensaktivisten appellieren an Bundespräsident Horst Köhler (Foto), den seit 24 Jahren inhaftierten früheren RAF-Aktivisten Christian Klar zu begnadigen. Insgesamt haben 150 Personen den vor gut drei Wochen in junge Welt veröffentlichten Aufruf »Antikapitalismus? Ich bekenne mich schuldig« unterzeichnet. Die Unterschriften und der Appell wurden vor den Osterfeiertagen an den Bundespräsidenten geschickt. In einem persönlichen Schreiben an Köhler wird die anhaltende »Medienkampagne, an der sich auch führende Politiker einiger Bundestagsparteien beteiligen«, scharf kritisiert. Die Kernaussage dieser Kampagne bestehe darin, »daß antikapitalistisches Gedankengut juristisch geahndet werden müsse, also letztlich illegal sei«. Christian Klar seien einzig wegen eines antikapitalistischen Grußwortes an die Rosa-Luxemburg-Konferenz gesetzlich vorgesehene Haftlockerungen verweigert worden. Köhler wird gebeten, sich von dem Druck nicht beeinflussen zu lassen und dem Begnadigungsgesuch »baldmöglichst« stattzugeben.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.04.2007, Seite 1, Inland

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