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Thailands Junta für Generika

Bangkok. In Thailand hat sich die vom Militär eingesetzte Regierung erneut zur Erhebung von Zwangslizenzen für zwei teure Medikamente westlicher Pharmakonzerne entschieden. Nun muß sie sich nach Einschätzung von Experten auf heftigen Widerstand nicht nur von seiten der Pharmaindustrie, sondern auch auf Druck von Washington einstellen. Betroffen von der jüngsten Maßnahme seien die Medikamente »Kaletra«, ein HIV-Kombinationspräparat des US-amerikanischen Unternehmens Abbott Laboratories, und »Plavix«, des französischen Pharmariesen Sanofi-Aventis und deren US-amerikanischen Partner Bristol Myers-Squibb. Bereits im November hat die neue Regierung in Bangkok unter Hinweis auf den nationalen Gesundheitsnotstand und im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) das Patent für das AIDS-Medikament »Efavirenz« des US-Pharmagiganten Merck gebrochen. In Thailand leben über 600000 Menschen mit dem HI-Virus und immerhin 85000 von ihnen werden mit modernen antiretroviralen Medikamenten behandelt. Eine Behandlung mit »Kaletra« im Original kostet 351 US-Dollar im Monat, die generische Alternative nur 122 Dollar.

(IPS/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.02.2007, Seite 9, Kapital & Arbeit

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