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Rückschlag für Mütter in Nicaragua

Managua. In Nicaragua ist mit Beginn des neuen Jahres ein Gesetz in Kraft getreten, das den Abbruch von Schwangerschaften aus gesundheitlichen Gründen verbietet. Experten fürchten infolgedessen einen dramatischen Anstieg der Müttersterblichkeit und einen schweren Rückschlag für die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen.

Nach Ansicht von Efraín Toruño, Vorsitzender der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtsheilkunde, wird die Zahl der Frauen, die vor, während oder nach der Entbindung sterben, um bis zu 65 Prozent in die Höhe schnellen. Diese Tragödie wiederum wird dem Arzt zufolge einen 50prozentigen Anstieg der Sterblichkeit von Kindern bis zu fünf Jahren mit sich bringen, die der Tod ihrer Mütter zu Waisen gemacht hat.

Durchgebracht hatten das kontrovers diskutierte Gesetz 24 Abgeordnete der Liberalen Partei und 28 Parlamentarier der seit dem 10. Januar regierenden Nationalen Sandinistischen Befreiungsfront. Sie stimmten für die Abschaffung von Artikel 165 im Strafgesetz, der die medizinische Indikation zugelassen hatte.


Dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) zufolge müßte Nicaragua seine Bemühungen verdoppeln, um die Müttersterblichkeitsrate bis 2015 um zwei Drittel unter den Stand von 1990 zu drücken. Um das Ziel zu erreichen, müßte die Müttersterblichkeit bis 2015 auf 27 Todesfälle pro 100000 Lebendgeburten sinken. 2005 jedoch lag diese Zahl bei 121.

(IPS/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.02.2007, Seite 15, Feminismus

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