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Metallerstreik immer wahrscheinlicher

Vier Tarifkommissionen erklären Verhandlungen für gescheitert

Reguläre Streiks in der Metall- und Elektroindustrie werden immer wahrscheinlicher. Bis Donnerstag nachmittag erklärten die Großen Tarifkommissionen der IG Metall in den Bezirken Nordrhein-Westfalen, Küste, Bayern und Baden-Württemberg die Verhandlungen mit den Unternehmern für gescheitert und beantragten beim IG-Metall-Vorstand in Frankfurt am Main Urabstimmungen über den Beginn von Streiks. Die Abstimmungen sollen vom 22. bis 24. Februar stattfinden. Es gilt als sicher, daß auch die Tarifbezirke Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie Thüringen, bei denen für Donnerstag nachmittag eine Entscheidung ansteht, entsprechend votieren. Der Gewerkschaftsvorstand wird dann voraussichtlich am Sonntag über die Anträge entscheiden. Kommt es nicht doch noch in letzter Minute zu einer Einigung, könnten ab März Streiks ins Haus stehen.

Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters warf den Unternehmern vor, sie wollten die IG Metall aus politischen Gründen in den Streik treiben. Es passe einer »reaktionären Clique von Verbandsfunktionären politisch ganz ausgezeichnet ins Konzept, Streiks zu provozieren«, erklärte er in Leipzig. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metallindustriellen in Niedersachsen, Dietrich Kröncke, brachte unterdessen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Gespräch. »Wir haben einen Bundeskanzler, der sich gerne einmischt. Vielleicht bringt er die Tarifparteien wieder an einen Tisch«, sagte Kröncke der Hannoverschen Neue Presse. Nach seiner Ansicht sollten die Tarifparteien auf jeden Fall einen bundesweiten Abschluß anstreben.

(AP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.02.1999, Seite 0, Inland

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