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Knabe sieht überall DDR-Seilschaften

Berlin. Der Direktor der Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, verlangt Aufklärung darüber, wie viele Mitarbeiter aus den Sicherheitsapparaten der DDR in die öffentliche Verwaltung der Bundesrepublik übernommen wurden. »Offenbar wurden sehr viel mehr Mitarbeiter aus Polizei und Staatssicherheitsdienst weiterbeschäftigt als bisher angenommen. Viele Opfer des SED-Regimes beunruhigt dies sehr«, kritisierte Knabe am Montag in Berlin. Auch Gefängniswärter, Staatsanwälte, Richter und Angehörige der politischen Polizei, des DDR-Innenministeriums und des Zolls seien nach 1990 »zuhauf weiterbeschäftigt worden«. Ehemalige Politoffiziere der DDR-Grenztruppen, die den Soldaten den Haß auf den Klassenfeind eingebläut hatten, bekleideten heute Führungspositionen bei der Bundespolizei.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.01.2007, Seite 5, Inland

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