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Hitlerei

Der Zentralrat der Juden bekräftigte seine Vorwürfe gegen den Hitler-Film von Dani Levy »Mein Führer«. Generalsekretär Stephan Kramer kritisierte, »Hitler war keine Witzfigur mit verkorkster Kindheit. Er war nicht unzurechnungsfähig oder bloß ein Fall für den Therapeuten.« Levy handle »grob fahrlässig in einer Zeit, wo das Tagebuch von Anne Frank öffentlich verbrannt, jüdische Kinder auf Straßen angegriffen, Synagogen und Friedhöfe geschändet und Neonazis mit ihren rassistischen Parolen in immer mehr Landesparlamente gewählt werden«. Laut einer Umfrage des Stern sind 56 Prozent der Deutschen gegen den Film. 35 Prozent sehen die Komödie positiv, neun Prozent sind unschlüssig. In der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung weist Regisseur Levy die Kritik an seinem Film zurück: »Warum sollte ich als Jude und Kind einer Flüchtlingsfamilie, der einen großen Teil seiner Familie im Holocaust verloren hat, einen Film machen, der verharmlost?«. Lachen über Hitler habe nicht mit Entschuldigen oder Verharmlosen zu tun. »Aber vielleicht braucht es Mut, den Führer als erbärmliches Würstchen zu akzeptieren«, betonte der 49jährige. »Wir müssen uns auch für die psychologischen Gründe dieser Verbrecher interessieren, auch wenn es uns schwerfällt«. Moralische Bedenken gegenüber einer Hitler-Komödie hat auch der Münchner Regisseur und Autor Herbert Achternbusch (»Das Gespenst«) nicht: »Eine Komödie darf alles, die bringt ja niemanden um«, sagte er der Münchner Abendzeitung.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.01.2007, Seite 12, Feuilleton

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