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Todesfalle Irak

USA: Wachsende Kritik an Besatzungspolitik Bushs

Angesichts der steigenden Zahl getöteter US-Soldaten im Irak wächst vor der Kongreßwahl in den USA die Kritik an Präsident George W. Bush. Es sei »ein gigantischer Fehler« gewesen, der irakischen Regierung zu versichern, daß die US-Truppen so lange wie nötig im Land blieben, erklärte der demokratische Senator John Kerry. Bei Bombenanschlägen und Überfällen kamen im Irak an einem einzigen Tag neun US-Soldaten ums Leben, wie die Militärführung in Bagdad am Mittwoch mitteilte. Allein vier Soldaten wurden getötet, als ihr Fahrzeug am Dienstag morgen westlich von Bagdad von einem Sprengsatz getroffen wurde. Seit Anfang Oktober kamen damit 69 US-Soldaten im Irak ums Leben. Sollte die Gewalt gegen die US-Truppen weiter anhalten, könnte die Zahl der Todesfälle im Oktober den letzten Höchststand eines Monats von 107 im Januar 2005 übersteigen. Die bisher größte Zahl getöteter US-Soldaten innerhalb von vier Wochen wurde im November 2004 mit 137 registriert.

Bush hätte die Führung in Bagdad drängen müssen, mehr »Eigenverantwortung für die Sicherheit« zu übernehmen, sagte Kerry am Dienstag in Iowa. Der US-Präsident hatte der irakischen Regierung am Tag zuvor zugesichert, es gebe keine Frist für die Iraker, die Verantwortung für die Sicherheit im Land selbst zu tragen.
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Seit Monatsbeginn kamen im Irak mindestens 767 Iraker ums Leben, wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AP hervorgeht. Das entspricht 45 Todesopfern pro Tag. Damit dürfte der Oktober der opferreichste Monat seit Beginn der Aufzeichnung im April 2005 werden. In Balad, wo es am Wochenende zu bürgerkriegsähnlichen Zusammenstößen zwischen Sunniten und Schiiten gekommen war, einigten sich örtliche Führer beider Religionsgruppen am Mittwoch auf eine 20tägige Waffenruhe.

(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.10.2006, Seite 6, Ausland

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