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Kaum jemand glaubt dem Bahnvorstand

79 Prozent aller Deutschen sind überzeugt, daß die Begründung für den Preisanstieg zum 1. Januar gelogen ist

Die wenigsten Deutschen glauben laut einer Umfrage, daß die angekündigte Fahrpreis­erhöhung der Deutschen Bahn auf gestiegene Energiekosten zurückzuführen ist. Nach einer vom Magazin Stern in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage, die am Mittwoch vorab veröffentlicht wurde, gehen 79 Prozent der Befragten davon aus, daß die Bahn mit der geplanten Preisanhebung zum Jahreswechsel ihre Bilanz für den geplanten Börsengang verbessern will. Nur elf Prozent der 1001 Befragten glaubten dagegen der Begründung des Verkehrskonzerns, nur auf gestiegene Energiekosten zu reagieren. Ebenfalls elf Prozent hätten mit »weiß nicht« geantwortet.

Die Bahn hatte vor einer Woche Preiserhöhungen zum 1. Januar 2007 angekündigt. Im Fernverkehr sollen die Tickets dann rund 5,6 Prozent mehr kosten. Im Regionalverkehr ist eine Anhebung der Preise für Einzelfahrscheine und Zeitkarten um durchschnittlich 2,9 Prozent vorgesehen. Der Bahn-Vorstand hatte die Anhebungen mit den gestiegenen Kosten für Strom, Öl und Diesel sowie Angebotsverbesserungen begründet.
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(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.10.2006, Seite 5, Inland

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