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Weiter Ungewißheit über Zukunft von BenQ

Insolvenzverwalter nennt keine Details zu geplantem Stellenabbau

Die Mitarbeiter der zahlungsunfähigen BenQ-Handysparte werden über die Höhe des drohenden Stellenabbaus weiter im Unklaren gelassen. Bei einer Betriebsversammlung am Donnerstag in München nannte der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager keine Zahlen und äußerte sich auch nicht konkret zu Zukunftsperspektiven für das Unternehmen, wie mehrere Teilnehmer des Treffens berichteten. Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Donnerstag, Prager schätze die wirtschaftliche Situation des Betriebes als »verheerend« ein. das Unternehmen sei »personell stark überbesetzt«. Eine Sprecherin Pragers erklärte am Donnerstag, Meldungen über den bevorstehenden Verlust von rund 1000 Arbeitsplätzen seien »in dieser Größenordnung nicht unrealistisch». Bisher beschäftigt die Firma an den Standorten Kamp-Lintfort und München 3000 Mitarbeiter. Am Nachmittag wollten der Insolvenzverwalter sowie Vertreter von Politik, Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit zu einem Sondierungsgespräch in München zusammenkommen. Vor dem Gespräch forderte BenQ-Betriebsratschef Michael Leucker den Siemens-Konzern auf zu seiner »Mithaftung und Mitverantwortung« für den Arbeitsplatzabbau bei seiner ehemaligen Handysparte, die 2005 an den koreanischen BenQ-Konzern verkauft wurde, zu stehen. Entgegen entsprechender Ankündigungen sei bisher nicht zu erkennen, daß von Entlassung bedrohte BenQ-Mitarbeiter bei internen Stellenausschreibungen des Siemens-Konzerns bevorzugt behandelt würden.

(ddp/AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.10.2006, Seite 9, Kapital & Arbeit

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