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30.06.1997
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Arbeitszeit-Kontroverse
Stihl-Vorstoß zu 40-Stunden-Woche zurückgewiesen
Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) ist mit seiner Forderung nach einer Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnerhöhungen auf Ablehnung bei SPD und Gewerkschaften gestoßen. Der Zweite IG-Metall-Vorsitzende Walter Riester betonte am späten Sonntag abend im Fernsehsender SAT.1, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit müsse die Arbeitszeit weiter verringert und nicht verlängert werden. Es sei notwendig, die vorhandene Arbeit auf mehr Menschen zu verteilen.
Ähnlich äußerte sich der SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine. Er unterstrich zugleich, bei einer Reduzierung der Arbeitszeit könne entsprechend weniger Lohn gezahlt werden. Dies bezeichnete er als »logisch«. DIHT-Präsident Hans Peter Stihl erneuerte dagegen seinen Vorstoß, den am Wochenende Politiker von Union und FDP unterstützt hatten. Er forderte die Gewerkschaften ferner auf, in den nächsten Tarifrunden zu »maßvollen« Abschlüssen bereit zu sein. So dürfe es »ein paar Jahre« lang keine Reallohn-Steigerungen geben, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu verbessern.
Riester deutete allerdings einen härteren Kurs der IG Metall als in den vergangenen zwei Jahren an. Er kritisierte, daß die Metall-Industrie auf die moderaten Abschlüsse nicht mit neuen Einstellungen, sondern mit dem Abbau von Arbeitsplätzen reagiert habe.
ddpADN/jW
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