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Resolutionen zum Abschluß des Gipfels

Petersburger Treffen im Zeichen der israelischen Aggression

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten dominierte den diesjährigen G-8-Gipfel bis zu dessen Ende. Am Montag kamen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden kapitalistischen Länder sowie Rußlands im Petersburger Konstantinspalast mit ihren Kollegen aus China, Indien, Brasilien, Mexiko, Südafrika, Kongo-Brazzaville und Kasachstan zusammen. Auch Vertreter internationaler Organisa­tionen nahmen an der Arbeitssitzung teil, darunter UN-Generalsekretär Kofi Annan, doch blieb das Thema Nummer eins der Überfall auf den Libanon. Israel hatte mit seiner Aggression den russischen Plan, mit Fragen der Energiepolitik die Agenda zu bestimmen, zunichte gemacht.
Die zum Abschluß verabschiedete Erklärung beschäftigte sich unter anderem mit dem Atomprogramm Irans. Mit Blick auf den Streit darum forderte die G 8 Teheran auf, das internationale Vermittlungsangebot anzunehmen. Der Iran stehe vor einer »ernsten Entscheidung«, hieß es. Die Gipfelteilnehmer inklusive des bisher diesbezüglich eher vermittelnden Rußlands stellten sich außerdem hinter die Entscheidung, diesbezüglich den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einzuschalten.
Die nordkoreanische Regierung riefen die G-8-Staaten auf, zum Moratorium für Raketentests zurückzukehren. Nordkorea hatte dieses freiwillige Moratorium zu Beginn des Monats gebrochen und eine Langstreckenrakete sowie sechs Mittel- und Kurzstreckenraketen gestartet. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi erklärte, die Tür zu Gesprächen sei nicht geschlossen. Nordkorea müsse allerdings seine Raketentests stoppen und wieder zu den Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückkehren.
Ferner verurteilten die G 8 die Anschläge im indischen Mumbai als »barbarischen Terrorakt«. Die Bombenanschläge vom vergangenen Dienstag richteten sich gegen Pendlerzüge, mindestens 182 Menschen kamen ums Leben.

Das nächste G-8-Treffen findet vom 6. bis 8. Juni 2007 im Ostseebad Heiligendamm statt. Thema soll die Armutsbekämpfung sein, wie Kanzlerin Angela Merkel ankündigte.
(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2006, Seite 1, Ausland

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