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Formel I: Nur das Wichtigste und eine Ergänzung

Monza. Dem Großen Preis von Italien in Monza droht das Aus. Das für den 10. September geplante Formel-1-Rennen muß möglicherweise vor dem Ruhebedürfnis von zwei Anwohnerfamilien kapitulieren, die mit einer Klage vor einem Mailänder Gericht Erfolg hatten. Demnach sollen im »Königlichen Park« nur noch Rennwagen mit Schalldämpfern fahren dürfen. »Die Formel 1, die GP2, die LMES und viele historische Rennsport-Veranstaltungen können nach dem Urteil nicht mehr hier fahren«, sagte Strecken-Geschäftsführer Enrico Ferrari am Sonntag.

Insgesamt 55mal fuhr die Formel 1 bislang in Monza, öfter als auf jeder anderen Rennstrecke der Welt. Nur 1980 fand der Große Preis von Italien einmal in Imola statt. Sollte das Rennen ausfallen, wäre es schon die zweite Absage in der Saison 2006, die dann nur noch aus 17 statt ursprünglich 19 Rennen bestehen würde. Der Automobil-Weltverband FIA hatte bereits den Großen Preis von Belgien in Spa (17. September) für dieses Jahr abgesetzt, weil auf dem Traditionskurs erst noch ein neues Fahrerlager und eine neue Boxenanlage errichtet werden sollen.

Zwei Familien aus dem kleinen Ort Biassono, die dort unweit der Rennstrecke seit 1990 wohnen, hatten gegen den Rennlärm geklagt. Im November 2005 bekamen sie mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Rennbetrieb in erster Instanz Recht. Am 7. März bestätigte das Mailänder Gericht in der Berufungsverhandlung dieses Urteil.

Dieser Richerspruch ist rechtskräftig und kann nur durch neue Tatsachen noch einmal in Frage gestellt werden. Helfen könnte allerdings noch die Regierung der Region Lombardei. Sie entscheidet am 11. April über einen Gesetzesantrag, der die Betreibung des »Königlichen Parks« mit der Rennstrecke aus gesellschaftlichen Gründen regeln soll.

Der Saisonauftakt zur Tourenwagen-WM am Sonntag war durch das Urteil nicht gefährdet, weil alle Fahrzeuge mit entsprechenden Schalldämpfern ausgerüstet sind.

Und das noch:

Melbourne. Formel-1-Manager Flavio Briatore hat auf dummer Junge gemacht, nachdem er mit einem Hitler-Gruß auf die Titelseite der Bild-Zeitung vom Samstag gekommen war. »Wenn ich jemanden verletzt haben sollte, möchte ich mich in aller Form entschuldigen.« Er habe auf nichts und niemanden Bezug nehmen wollen. Die Geste habe keine Bedeutung gehabt, sei nur als Spaß gedacht gewesen. Briatore hat ein Kind mit Heidi Klum und Michael Schumacher erfunden.


(sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.04.2006, Seite 16, Sport

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