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Wanderarbeiter in China rechtlos


Hongkong. Der chinesische Volkskongreß hat in der letzten Woche eine Revision des Arbeitsrechts gefordert, um die Rechte der mehr als 100 Millionen Wanderarbeiter aus ländlichen Gebieten besser zu schützen. Das Arbeitsrecht, das 1995 in Kraft trat, kennt keine speziellen Bestimmungen für diese Gruppe von Beschäftigten. Alle Haushalte in China sind als ländliche oder städtische erfaßt, und diese Sortierung ist auch auf den Ausweisen vermerkt. Delegierte aus verschiedenen Regionen wie Zhejiang, Jiangsu, Hebei und Hubei verwiesen auf die Überausbeutung solcher Beschäftigter, denen systematisch die Bezahlung von Überstunden verweigert wird und die regelmäßig an besonders gefährlichen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Nach Angaben der Arbeitministeriums gab es im Jahr 2002 insgesamt 13 000 bekannte Fälle von vorenthaltenem Lohn, die 6,26 Millionen Arbeiter betrafen. Dabei verloren die beschäftigten 350 Millionen Yuan, etwa 43,2 Millionen US-Dollar. Das Landwirtschaftsministerium geht von 300 Millionen Migranten in den nächsten 20 Jahren aus.
(China Labour Bulletin/jW).
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.03.2006, Seite 15, Ausland

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