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Pest oder Cholera

Präsidentenwahl in Polen unter konservativen Vorzeichen

Warschau. Zwei Wochen nach dem Rechtsruck bei der Parlamentswahl wurde am Sonntag in Polen auch ein neuer Präsident gewählt. Von den zwölf Kandidaten hatten die beiden konservativen Politiker Donald Tusk und Lech Kaczynski die größten Chancen. Sollte keiner von ihnen die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 23. Oktober zur Stichwahl der beiden Bestplatzierten.

Der 48jährige Historiker Donald Tusk von der rechtskonservativen Bürgerplattform (PO) tritt für einen stramm neoliberalen Kurs mit Steuersenkungen für Unternehmen und einem radikalen Abbau staatlicher Sozialleistungen ein. Der Warschauer Bürgermeister Lech Kaczynski von der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vertritt u. a. die Idee einer »Vierten Republik« mit einer Machtballung beim Präsidenten, der Verschärfung des Strafrechts und der weiteren Stärkung der Kirche. Der 56jährige Jurist ist der Zwillingsbruder des PiS-Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski, der zur Zeit mit der Bürgerplattform über die Bildung einer Regierungskoalition verhandelt. In den letzten Umfragen hatte Tusk einen leichten Vorsprung, der jedoch zuletzt immer kleiner wurde.



(AP/jW)


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Erschienen in der Ausgabe vom 10.10.2005, Seite 7, Ausland

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