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04.05.2026, 18:34:33
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Rüstung: Berlin will stärker mit Athen zusammenarbeiten
Athen. Wenn Griechenland aufrüstet, wollen auch deutsche Rüstungskonzerne ein Stück vom Kuchen abhaben. Am Montag vereinbarte BRD-Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Besuch in Athen eine »Partnerschaft für eine strategische Kooperation« mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgios Gerapetritis. Alle Möglichkeiten zu gemeinsamer Beschaffung von Rüstungsgütern und europäischer Finanzierung sollen genutzt werden, sagte Wadephul.
Auf dem Programm stand auch ein Besuch bei der Skaramangas-Werft, die größte Werft im östlichen Mittelmeer, mit der ThyssenKrupp Marine Systems gerade erst eine Vereinbarung zur Modernisierung von vier U-Booten getroffen hat.
Über weitere mögliche gemeinsame Projekte wurde während des Besuchs zunächst nichts bekannt. Außenminister Gerapetritis zeigte zwar grundsätzlich Interesse an einer engeren Kooperation, wurde aber nicht konkret. Neben den nationalen müssten auch die gemeinsamen europäischen Interessen im Blick behalten und die »Autonomie der Europäischen Union« gestärkt werden, sagte er.
Was in Griechenland nicht gut ankommt ist, dass die BRD gleichzeitig auch den Waffenhandel mit der Türkei wieder deutlich verstärkt hat. Im Oktober wurde mit deutscher Zustimmung und Beteiligung ein Milliardengeschäft über die Lieferung von 20 neuen »Eurofighter«-Kampfjets an die Türkei abgeschlossen. Ein Deal mit hoher Symbolkraft, nachdem viele Jahre ein teilweiser Rüstungsexportstopp gegen die Türkei galt.
Gerapetritis forderte von der Bundesregierung, bei solchen Geschäften auf bestimmte Bedingungen zu dringen. »Das, was wir als mindestens notwendig erachten, ist, dass sichergestellt wird, dass diese Systeme nicht zum Nachteil eines verbündeten Landes eingesetzt werden.«
Bei den Gesprächen ging es auch um die Blockade der Straße von Hormus und die Erweiterung der EU. Sechs Länder des westlichen Balkans in der Nachbarschaft Griechenlands bemühen sich seit vielen Jahren um einen EU-Beitritt. Gleichzeitig bemüht sich die Ukraine um Aufnahme. Allen diesen Staaten müssten »glaubhafte Perspektiven« für einen Beitritt geboten werden, sagte Wadephul schon vor seiner Abreise. Griechenland komme dabei eine besondere Rolle zu, da es im zweiten Halbjahr 2027 die EU-Ratspräsidentschaft in einer »entscheidenden Phase« übernehme. (dpa/AFP/jW)
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