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Nahostkonflikt

Israel greift weiter an in Libanon

Foto: Stringer/dpa
Sieht so eine Waffenruhe aus? Erneut hat Israel Libanon bombardiert, unter dem Vorwand, es habe lediglich die Hisbollah angegriffen (Kfar Tebnit, 1.5.2026)

Beirut. Trotz formell geltender Waffenruhe hat Israels Armee am Montag eigenen Angaben zufolge erneut angebliche Infrastruktur der Hisbollah im Süden Libanons bombardiert. Aus Sicherheitskreisen in Beirut hieß es am Nachmittag, das israelische Militär habe mehrere Orte angegriffen. Über mögliche Opfer dabei wurde zunächst nichts bekannt.

Bei Gefechten am Boden zwischen israelischen Soldaten und der Hisbollah seien unterdessen mindestens zwei Hisbollah-Mitglieder im Südlibanon ums Leben gekommen, hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen weiter. Israels Armee erklärte auf Anfrage, zwei israelische Soldaten seien bei einem Nahkampf mit der Miliz verletzt worden. Angaben zu Getöteten in den Reihen der Hisbollah dabei machte sie zunächst nicht.

In einer Erklärung teilte das israelische Militär derweil mit, dass in den vergangenen Tagen zehn bewaffnete Hisbollah-Mitglieder im Südlibanon getötet worden seien. Diese seien in der Nähe israelischer Soldaten aktiv gewesen und hätten eine »Bedrohung« dargestellt. Wie viele israelische Soldaten in den vergangenen Tagen getötet wurden, ist nicht bekannt. Von der Hisbollah veröffentlichte Videos lassen auf deutlich höhere Verluste auf Seiten der israelischen Besatzer schließen, als es das Militär eingesteht.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es weiter, dass Menschen aus mehreren Dörfern geflüchtet seien. Israels Armee hatte am Montag morgen die Einwohner mehrerer südlibanesischer Ortschaften dazu aufgerufen, diese zu verlassen. Sie will dort eigenen Angaben zufolge gegen die Hisbollah vorgehen.

Israels Militär feuerte eigenen Angaben zufolge auch eine Abfangrakete auf ein »verdächtiges Flugobjekt« im Südlibanon, in einer Gegend, in der israelische Soldaten im Einsatz gewesen seien. In Nordisrael habe es deshalb Luftalarm gegeben. Ein weiteres »verdächtiges Flugobjekt« sei abgefangen worden, ehe es nach Israel gelangen konnte. Die Hisbollah reklamierte einen Angriff auf israelische Stellungen im Südlibanon für sich. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen am 05.05.2026, Ausland

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