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13.06.1997
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Kritik an Plänen für eine Lehre zweiter Klasse
IG Metall gegen Pläne zur Aushöhlung der Berufsausbildung
Die IG Metall hat die Pläne zur Einführung zweijähriger Ausbildungen nach Art eines »kleinen Gesellenbriefes« und zur Abschaffung des zweiten Berufsschultages pro Woche kritisiert. Eine derartige »Aushöhlung der Berufsausbildung« bringe keinen zusätzlichen Ausbildungsplatz, sagte das IG- Metall-Vorstandsmitglied Siegfried Bleicher am Donnerstag in Berlin.
Wer unterhalb des Facharbeiterniveaus ausgebildet werde, sei besonders stark von Arbeitslosigkeit bedroht. Durch die geplanten Maßnahmen würden nur bestehende gute Ausbildungen durch schlechter verwertbare ersetzt. Gerade im Bereich der Nicht-Facharbeiter gingen nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeit bis zum Jahr 2010 weitere 1,5 Millionen Arbeitsplätze verloren.
Die Ausbildungsversprechen der Unternehmer haben nach Aussage Bleichers nicht den gewünschten Erfolg gebracht. In diesem Jahr erhielten bis zu 200 000 Jugendliche keinen Ausbildungsplatz, wenn es bei Appellen und unverbindlichen Absichtserklärungen bleibe. Lediglich durch Tarifverträge, beispielsweise im Stahlbereich, sei ein nennenswerter Zuwachs an Ausbildungsplätzen erreicht worden.
Notwendig sind nach Ansicht der IG Metall vor allem mehr Ausbildungsangebote in neuen Dienstleistungsfeldern. Neue und ausreichende Ausbildungsplätze seien letztlich nur über eine Umlagefinanzierung zu erreichen, bei der die rund eine Million nicht ausbildenden Betriebe im Sinne eines Lastenausgleichs an den Kosten der Ausbildung beteiligt werden.
ddpADN/jW
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