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Nachschlag: Rogue

→ Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2. So., 1.50 Uhr, Sat.1

Foto: Cinema Publishers Collection/IMAGO
Denn sie wissen nicht, was sie tun: Liam Hemsworth, Sam Claflin, Evan Ross und Jennifer Lawrence (v. l. n. r.)

Die Gretchenfrage betrifft nicht die Bestimmbarkeit einer objektiven Realität, sondern die eines Zustandes: »You love me. Real or not real?« Diese Frage muss ihre eigene Wahrheit nach sich ziehen. Es gibt eine Alternative, an die seltener gedacht wird: sich davonstehlen, »rogue« werden, vogelfrei. In ihrem Hauptquartier schauen sich Julianne Moore und Philip Seymour Hoffman auf einem Bildschirm in Ruhe an, wie Jennifer Lawrence sich einmal mehr unerlaubt von der Truppe entfernt, um den Feind auf eigene Rechnung zu erledigen. Hoffman kommentiert: »I love watching her when she’s going rogue.« Das trifft, von der Melancholie, die darüber aufkommt, dass Philip Seymour Hoffman Anfang 2014 verstarb, noch bekräftigt, ins Schwarze. Man liebt es, Jennifer Lawrence dabei zuzusehen, wie sie ins Fettnäpfchen tritt. Der Star, der zwar keine Macht über seine Handlungen hat, sich aber mit einem zum Schein spontanen Fehlverhalten, »rogue«, ohne Respekt für hehre Prinzipien und gute Manieren, selbst ermächtigt und sogar ahnt, dass diese »Spontaneität« Teil eines größeren Plans sein mag. (aha)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.11.2026, Seite 14, Feuilleton

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