Fehldiagnosen wegen Geschlechterklischees
Berlin. Kopfschmerzen werden aufgrund von Geschlechterklischees häufig falsch diagnostiziert. So wird Migräne bei Männern oft nicht erkannt, weil diese als typische Frauenkrankheit gilt, wie die Barmer-Krankenkasse am Donnerstag in Berlin erklärte. Umgekehrt werde Clusterkopfschmerz eher als Männerleiden angesehen, weshalb Frauen noch immer Fehldiagnosen gestellt würden.
Nach Analysen der Barmer wird Migräne bei Frauen dreimal so häufig diagnostiziert wie bei Männern. Eine Migräneattacke verlaufe bei Männern kürzer und milder, und Betroffene gingen damit eher seltener in eine Arztpraxis. Umgekehrt verhält es sich demnach bei Clusterkopfschmerzen, die immer noch als typisches Männerleiden gelten. Nach den Daten der Barmer verdoppelte sich die Zahl der betroffenen Frauen jedoch innerhalb von 14 Jahren nahezu und lag 2024 bei rund 31.500.
Würden Migränemedikamente bei anderen Kopfschmerzarten eingesetzt, wirkten sie nicht und könnten bei häufigem Gebrauch sogar selbst Kopfschmerzen auslösen. Blieben Kopfschmerzen unbehandelt, drohe der Schmerz chronisch zu werden. (AFP/jW)
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