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Rechter Chat: Anschlag auf Geflüchtete geplant

Hamburg. Die Polizei in Niedersachsen und Schleswig-Holstein hat offenbar einen Brandanschlag auf eine Asylunterkunft im niedersächsischen Winsen verhindert. Am Donnerstag abend durchsuchten Polizisten nach Informationen des NDR die Wohnungen eines 19jährigen in Winsen und eines 15jährigen bei Bad Segeberg, was eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg dem Sender bestätigte. Die Beschuldigten stünden unter Verdacht, sich zu einer Brandstiftung verabredet zu haben. Am Freitag abend sei der 15jährige von Beamten aufgegriffen worden, nachdem er von Zeugen gesehen worden sein soll, wie er durch Bad Segeberg mit einem Benzinkanister gelaufen sei. Der NDR verweist in seinem Bericht vom Montag auf Chatnachrichten, die von den Tatverdächtigen stammen sollen. Die beiden hätten sich darin »über Gewaltphantasien gegen Migranten und konkrete Anschlagspläne« ausgetauscht.

So darüber, einen afghanischen Geflüchteten zu ermorden, während ein weiterer Täter das Opfer fixieren und die Tat filmen solle. Eine Art Probeangriff mit einem Stein auf die Fenster der Unterkunft sei per Video dokumentiert und in dem Chat geteilt worden. Daraus hätten die Chatteilnehmer Rückschlüsse auf ihr weiteres Tatvorgehen gezogen. In Sprachnachrichten, die der 15jährige verschickt haben soll, werde beschrieben, wie mit Benzinkanistern und Feuerwerkskörpern aus Polen Brandsätze gebaut und diese »vor linken Einrichtungen oder einer Asylunterkunft« plaziert werden sollten. Das Material sei dem NDR von der Antifa-Rechercheplattform »EXIF« zur Verfügung gestellt worden. Dem Bericht zufolge stammen die Nachrichten offenbar aus einer größeren Chatgruppe junger Neonazis. Ein Redakteur des Senders habe schließlich die Polizei über einen möglicherweise bevorstehenden Anschlag informiert. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.11.2026, Seite 15, Antifaschismus

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