Zum Inhalt der Seite
Bildungspolitik

Studentenproteste in Albanien eskalieren

Foto: Vlasov Sulaj/JNA via ZUMA Press Wire/dpa
Polizeiliche Repression gegen einen Studenten vor dem Bildungsministerium in Tirana (13.10.2026)

Tirana. Bei Studentenprotesten in der albanischen ⁠Hauptstadt Tirana ist am Mittwoch ⁠das Bildungsministerium in Brand geraten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um ‌die Menge auseinanderzutreiben. Tausende Demonstranten hatten sich am zweiten ‌Tag der Proteste gegen Korruption und Misstände im Bildungssystem vor dem ⁠Ministerium versammelt. Einige warfen Ziegelsteine ‌auf das Gebäude, rissen Absperrgitter nieder und warfen Mülltonnen um. ​Einem Augenzeugen zufolge geriet zudem eine nahegelegene Filiale der Raiffeisen Bank in Brand.

Die stellvertretende ‌Ministerpräsidentin Albana Kociu verurteilte die Ausschreitungen. Protestieren sei ein ‌legitimes Recht, erklärte ‌sie auf ⁠Facebook. ⁠Dies dürfe jedoch kein Vorwand für Gewalt, die Zerstörung ⁠der Stadt oder Kämpfe ‌auf offener Straße sein. Sie rief die Studenten ⁠auf, sich von Vandalismus zu distanzieren. Die Proteste, die im Mai begannen, richten sich gegen die Bedingungen an den Universitäten, hohe Bildungskosten, mangelnde ‌finanzielle Unterstützung und schlechte Beschäftigungsaussichten nach dem Abschluss. Die jüngsten Unruhen stellen die bislang schwerste ​Eskalation dar und bedeuten eine wachsende ⁠Herausforderung für die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama. (Reuters/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen am 15.10.2026, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen