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Festivalfilm

Lorcas Vermächtnis

Das spanische Drama »La bola negra« von Javier Calvo und Javier Ambrossi hat am Sonntag den Hauptpreis des 51. Toronto International Film Festival (TIFF) gewonnen. Es handelt von drei miteinander verwobenen Lebensgeschichten, Liebe, Begehren und gesellschaftlicher Unterdrückung. Der Film folgt drei homosexuellen Männern in unterschiedlichen Epochen der spanischen Geschichte, vom Bürgerkrieg bis in die Gegenwart. Verbunden sind ihre Schicksale mit dem Vermächtnis des Dichters Federico García Lorca und einem seiner letzten unvollendeten Werke. Lorca, dessen Texte immer wieder von unterdrückter Identität und Sexualität handelten, wurde 1936 von Faschisten getötet. Für Calvo und Ambrossi ist es bereits der zweite große Festivalerfolg des Jahres: Im Mai wurden sie in Cannes bei den Filmfestspielen mit dem Regiepreis ­ausgezeichnet.

Auf Platz zwei des ­People’s Choice Award kam Peter Farrellys »I Play Rocky«. Der Film erzählt vom damals noch unbekannten Sylvester Stallone und seinem hartnäckigen Kampf darum, sein Drehbuch über den Boxer Rocky Balboa nur unter einer Bedingung zu verkaufen: Er wollte die Hauptrolle selbst spielen. Rang drei ging an »Being Heumann« von Oscar-Preisträgerin Siân Heder (»CODA«). Das Biopic mit Ruth Madeley und Mark Ruffalo über die einflussreiche US-Behindertenrechtsaktivistin Judy Heumann hatte das Festival eröffnet. Der International People’s Choice Award wurde an Simon Stones »Elsinore« vergeben. Andrew Scott spielt darin den schottischen Schauspieler Ian Charleson, der Ende der 1980er Jahre trotz seiner AIDS-Erkrankung als Hamlet auf einer Londoner Bühne stand. Neben den Publikumspreisen wurden in Toronto auch Juryauszeichnungen vergeben. Den Platform Prize gewann Theja Rio für die indische Produktion »Angh«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.09.2026, Seite 10, Feuilleton

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