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14.09.2026, 18:44:25
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Korruptionsverdacht: Präsident des Polnischen Olympischen Komitees abgesetzt
Warschau. Das Polnische Olympische Komitee hat seinen unter Korruptionsverdacht festgenommenen Präsidenten Radosław Piesiewicz endgültig abgesetzt. Interimspräsident Marian Kmita bleibt nun bis zum Ende von Piesiewiczs Amtszeit im April 2027 im Amt, wie Kmita am Montag mitteilte. Piesiewicz, der der früheren Regierungspartei PiS nahesteht, war Ende August im Zusammenhang mit einem Betrugsskandal um die bankrotte polnische Kryptowährungsbörse Zondacrypto festgenommen worden.
Zondacrypto hatte im April abrupt den Betrieb eingestellt und seine Website abgeschaltet. Schätzungen zufolge wurden dabei rund 30.000 Menschen um ihr Geld gebracht, der Schaden soll sich auf 350 Millionen Złoty (80,5 Millionen Euro) belaufen. Piesiewiczs hatte seine kompletten Krypto-Einlagen zurückerhalten, als die Plattform bereits in Schieflage geraten war – anders als viele andere Anleger.
Piesiewicz hatte zudem im Namen des Polnischen Olympischen Komitees einen Sponsorenvertrag mit Zondacrypto unterzeichnet, dem zufolge polnische Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Italien Kryptoprämien für gute Leistungen bekommen sollten. Die Zahlungen flossen aber nur unregelmäßig. Viele Sportverbände hatten deshalb Piesiewicz Rücktritt gefordert.
In der Affäre stehen auch frühere Spitzenpolitiker der nationalkonservativen PiS-Partei unter Verdacht, die Polen von 2015 bis 2023 regiert hatte. Unter ihnen ist der ehemalige Justizminister Zbigniew Ziobro, der sich in die USA abgesetzt hat. Nach Angaben der Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk hatte die Kryptoplattform auch Verbindungen zur organisierten Kriminalität und zum russischen Geheimdienst. (AFP/jW)
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