Richter in Katar
Der deutsche Maler Gerhard Richter (94) gestaltet einen Ausstellungspavillon im Golfstaat Katar. Das Bauwerk soll im November eröffnet werden. »Er ist ein großartiger Künstler«, sagte die Vorsitzende von Katars Museumsbehörde, Al-Majassa bint Hamad Al Thani. Sie ist die Schwester von Katars Emir, trägt den Titel einer »Scheicha« und stellte die Pläne in der Neuen Nationalgalerie in Berlin vor.
Richter gilt als einer der weltweit bestbezahlten Künstler, seine Werke erzielen auf dem Kunstmarkt seit Jahrzehnten Rekordpreise. Der gebürtige Dresdner lebt seit Jahrzehnten in Köln. Seine »Strip Paintings« mit langen Farbstreifen inspirierten den neuen Pavillon.
Richter habe den Pavillon als freistehendes Werk der Kunst und Architektur entwickelt, das eigens dafür ausgewählte Bilder und Skulpturen präsentiere, heißt es in der Ankündigung. Das sechseckige Bauwerk soll in der Hauptstadt Doha im Park des Museums für Islamische Kunst entstehen. Zum Budget wurden keine Angaben gemacht. Eröffnet werden soll der Pavillon zur Kunstausstellung Quadriennale.
Ähnlich wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate treibt Katar auch die Szene für moderne und zeitgenössische Kunst voran. Katar beauftragte etwa den inzwischen verstorbenen US-Bildhauer Richard Serra wie auch Damien Hirst und Jeff Koons. Mehrere neue Museen wurden eröffnet oder sind im Bau, auch die renommierte Kunstmesse Art Basel fand im Februar erstmals in Doha statt.
Einflussreichste Figur dabei ist Al-Majassa, die Vorsitzende von Katars Museumsbehörde. Über den Staatshaushalt und Staatsfonds QIA wie auch mit Mitteln ihrer Familie hat sie Summen in den Ankauf von Kunst investiert, von denen das Museum of Modern Art in New York oder die Tate Modern in London nur träumen können. Sie kaufte etwa berühmte Werke von Paul Cézanne, Paul Gauguin und Mark Rothko. (dpa/jW)
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