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05.08.2026, 18:18:50
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UN: Unterernährung bei Kindern in Afghanistan »außer Kontrolle«
Genf. Die Unterernährung von Kindern in Afghanistan hat UN-Angaben zufolge wegen der Kürzung von Hilfsgeldern ein kritisches Ausmaß angenommen. »Die Zahl der Kinder, die in Gesundheitszentren eingeliefert werden, steigt rasant an«, sagte der Landesdirektor des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen für Afghanistan, John Aylieff, am Dienstag aus Kabul zu Journalisten in Genf. »Zu viele von ihnen kommen zu spät, um noch gerettet werden zu können«, fügte er hinzu.
Die Ernährungskrise in Afghanistan »gerät außer Kontrolle«, betonte Aylieff. »Es ist eine Krise, die von Tag zu Tag schlimmer wird und die wir tragischerweise nicht eindämmen können.« Die Auszehrung bei Kindern – die gefährlichste Form der Unterernährung – habe mittlerweile »in einem Drittel der Provinzen des Landes ein kritisches Ausmaß erreicht«. Besonders hart treffe es Kinder unter zwei Jahren.
Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) habe in diesem Jahr gerade mal genügend Mittel, um jeweils jede siebte akut unterernährte Frau und jedes siebte akut unterernährte Kind zu versorgen. Sechs von sieben Fälle müssen Aylieffs Angaben zufolge in den Gesundheitszentren abgewiesen werden. »Das schwache Weinen unterernährter Babys hallt durch die Kliniken Afghanistans«, sagte Aylieff weiter.
Neben der drastischen Kürzung der Hilfsgelder tragen dem UN-Landesdirektor zufolge auch Konflikte, Handelsbeeinträchtigungen und Zwangsrückführungen aus Nachbarländern – insbesondere Iran und Pakistan – zu dem beispiellosen Ausmaß akuter Unterernährung bei. Im vergangenen Jahr sei die Zunahme der Unterernährung im Vergleich zum Vorjahr so hoch wie nie zuvor gewesen, und in diesem Jahr sei die Lage »noch schlimmer«.
»Derzeit leiden fast 14 Millionen Afghanen unter akutem Hunger«. Wegen der Kürzung der Mittel »konnte das WFP nur jeden Neunten von ihnen mit Lebensmitteln versorgen«, sagte der UN-Direktor für Afghanistan. In einigen Krisenregionen sei die Verteilung von Lebensmitteln komplett eingestellt worden, da »uns einfach die Mittel fehlen«.
Das Welternährungsprogramm hatte zu Beginn des Jahres 900 Millionen US-Dollar (rund 780 Millionen Euro) benötigt, bisher jedoch nur 130 Millionen Dollar erhalten. Nun benötigt die Organisation eigenen Angaben zufolge weitere 540 Millionen Dollar, um die akute Ernährungsunsicherheit in Afghanistan in den nächsten sechs Monaten in den Griff zu bekommen. (AFP/jW)
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