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Nahostkonflikt

Al-Dschasira entlässt Journalisten in Gaza

Gaza. Es scheint auf den ersten Blick kaum zu glauben: Am Wochenende meldete die Nachrichtenseite Gaza 24, dass der katarische Fernsehsender Al-Dschasira soeben mehr als 20 Mitarbeiter in Gaza fristlos entlassen habe. Sie sollen fortan über eine Agentur namens »Media« ohne Verträge und Sicherheiten als »freie Mitarbeiter« weiterbeschäftigt werden. Seit dem 7. Oktober 2023 hatten sie unter Lebensgefahr durchgehend vom Gazakrieg und dem israelischen Völkermord in dem Küstenstreifen berichtet. Zu den Genannten gehören die Korrespondenten Mohammed Al-Scharif und Mohammed Schahin sowie der Kameramann und Produzent Mahmud Schalha. Als Grund für die Kündigungen wird der vermeintliche »Waffenstillstand« von vergangenem Jahr angegeben, der von Israel täglich gebrochen wird. Die betroffenen Journalisten geben laut Gaza 24 an, dass die Leitung des Senders ihnen bisher eine Weiterbeschäftigung zugesagt hatte.

In Medienberichten wird spekuliert, dass dem Vorgehen Al-Dschasiras eventuell politische Erwägungen zugrundeliegen. »Es stellt sich die Frage, ob der Sender um der Geschehnisse in Gaza willen von dort berichtet hat oder bei allem lediglich eine politische Agenda Katars verfolgte«, wird zum Beispiel auf dem Telegram-Kanal Vpol gefragt. Dass der über die arabische Welt hinaus beliebte Nachrichtensender seine vermeintliche Objektivität beizeiten vergisst, ist tatsächlich schon aus der Vergangenheit mehrfach bekannt: So berichtete er 2011 zunächst auf eine Weise über die Aufstände des sogenannten arabischen Frühlings, die Katars ungleich mächtigerem Nachbarn Saudi-Arabien nicht gefiel. Darauf ließ die Leitung des Senders in Doha zum Beispiel einen Bericht darüber, wie Dschihadisten nach Syrien eingeschleust wurden, um dort die Regierung von Präsident Baschar Al-­Assad zu stürzen, in der Schublade verschwinden. Die Konsequenz: Eine ganze Reihe Journalisten verließ Al-Dschasira, und der frühere Büroleiter Ghassan Ben Jeddou gründete im Libanon mit Al-Majadin einen neuen Sender. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.07.2026, Seite 6, Ausland

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