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Danke, Thomas!
Der Künstler Thomas J. Richter hat das Erscheinungsbild der Tageszeitung junge Welt auf einzigartige Weise beeinflusst
Keine Genossenschaftsversammlung ohne ihn: der rote fliegende Drache mit der weißen Frau auf dem Rücken. Seit vielen Jahren ist dies das Logo der Linke Presse Verlags-, Förderungs- und Beteiligungsgenossenschaft (LPG) junge Welt eG und ziert auch die rechte Flanke des jW-Transporters. Seit langer Zeit ist das Werk von Thomas J. Richter mit der Tageszeitung junge Welt tief verbunden. Manche Werbeaktionen entstanden erst durch seinen Anstoß, für andere fanden sich immer wieder aufs neue passende Grafiken von Thomas. Granma Internacional, Rosa-Luxemburg-Konferenz oder andere Events: Seine Figuren und seine Aussagen sind allgegenwärtig.
Seine Grafiken passten einfach zur jungen Welt, wie auch die junge Welt immer seine Zeitung war. Künstler und Medium bildeten eine Solidargemeinschaft. Beide zeigen die Wahrheit in ihrer Hässlichkeit, die Träume in ihrer Schönheit, und beide mussten darum immer wieder zur Provokation greifen. Die Zumutungen der Gegenwart nicht hinnehmen, einerseits. Andererseits eine bessere Zukunft sehen, mit künstlerischen Mitteln erkunden, um sich dann auf den Weg dorthin zu begeben, das war Thomas’ Ansatz. Dass dies nicht ohne Leidenschaft geht, ist jedem seiner Bilder anzusehen. Die Menschheit muss erst noch zu sich kommen. Dann kann der Mensch Mensch sein, wie in seinen Darstellungen. Noch allerdings leben wir, um es mit Karl Marx zu sagen, in der Vorgeschichte dieser Menschheit.
In seinem Werk, aber auch in seinen Beiträgen zur Gestaltung der jungen Welt kommt diese Dialektik zum Vorschein. Kriegsgerät wird mit Leichtigkeit zerschlagen, in eklatantem Widerspruch zur Realität. Unrealistisch also? Vielleicht jetzt. Aber notwendig. Eine graue, gleichförmige Stadt im Hintergrund und davor eine bunte Menschenmasse mit wehenden Fahnen und Zuversicht im Auftreten. Scheinbar nebensächlich verwendet auf Plakaten oder Flyern. Doch auch hier gehen Inhalt und Form zusammen: Sie geben Auskunft über den Zustand der Welt und die Bedeutung der jungen Welt.
Wir danken Dir, Thomas, für Deine klaren Linien. Für Deinen unverstellten Blick, der auch immer für unsere, deine Zeitung gelten soll.
→ André Kutschki ist stellvertretender Leiter der Verlag 8. Mai GmbH.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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