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06.07.2026, 18:17:01
- → Kapital & Arbeit
Bericht: Kanadischer U-Boot-Auftrag geht an TKMS
Washington/Berlin/Düsseldorf. Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hat sich in Kanada einem Zeitungsbericht zufolge einen der weltweit größten U-Boot-Aufträge gesichert. In dem hartumkämpften Bieterverfahren habe sich das Unternehmen gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean durchgesetzt, berichtete die Zeitung The Globe and Mail am Montag. Die Bundesregierung und der Partner Norwegen hatten die Bewerbung massiv unterstützt. TKMS lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Die Aktie des Konzerns kletterte zeitweise um knapp 13 Prozent auf den höchsten Stand seit fast vier Monaten.
Das Volumen des Auftrags wird Branchenkennern zufolge auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt. Allerdings müssen die Bieter bei solchen Verfahren auch Geld mitbringen – für die Wirtschaft vor Ort und Arbeitsplätze.
Die Bundesregierung hatte das Vorhaben seit Monaten eng begleitet. Sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, als auch andere Kabinettsmitglieder hatten in Kanada für das Geschäft geworben. Zudem hatte die Bundesregierung – wie auch die südkoreanische Regierung – mit zahlreichen anderen Wirtschaftsprojekten gelockt, sollte die Entscheidung zugunsten des eigenen Unternehmens fallen. Das reicht von Kooperationen bei Rohstoffen bis zur Genehmigung einer Fusion zweier KI-Firmen. Kanadas Regierung versucht wegen der zunehmenden Spannungen mit den USA, engere Beziehungen mit der EU zu knüpfen. Premierminister Mark Carney hat Europa in den vergangenen Monaten gleich mehrfach besucht.
»Das ist ein großes strategisches Vorhaben. Wenn das gelingt, dann wird das Kanada an uns für Jahrzehnte binden«, erklärte ein deutscher Regierungsvertreter am Montag in Berlin. »Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit. Dies hätte eine echte transatlantische Dimension.« Ein U-Boot-Deal würde die industrielle Zusammenarbeit zwischen Kanada, Deutschland und Norwegen, dem dritten Partner, deutlich verstärken.
TKMS mit Standorten unter anderem in Kiel, Bremen und Wismar hatte erst in der vergangenen Woche von der Bundeswehr einen Auftrag zum Bau mehrerer Fregatten erhalten. Der Industriekonzern Thyssenkrupp hatte seine Rüstungstochter im vergangenen Jahr an die Börse gebracht. (Reuters/jW)
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