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»Peoples Bridge«: Journalistin Eva Maria Michelmann aus syrischer Gefangenschaft freigekommen

Foto: Maria Castro/ZUMA Press Wire/IMAGO
Auch auf der Kundgebung zum 1. Mai in Leipzig wurde an die in Syrien verschleppten Journalisten erinnert

Die in der Solidaritätsarbeit mit der Region Rojava aktive Vereinigung »Peoples Bridge« informierte am Sonnabend über die Freilassung der deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann aus syrischer Gefangenschaft:

Eva Maria Michelmann, eine deutsche Journalistin aus Köln, die sich über 150 Tage in syrischer Gefangenschaft befunden hat, ist am Freitag, dem 19. Juni, nach Deutschland zurückgekehrt. Ihr Arbeitskollege Ahmet Polad, mit dem Michelmann gemeinsam inhaftiert wurde, befindet sich weiterhin in Haft.

Am 18. Januar, als die Sicherheitskräfte der syrischen Übergangsregierung eine Großoffensive auf die Autonome Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES/Rojava) begannen, wurden die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann sowie ihr Kollege Ahmet Polad in Rakka entführt und verhaftet. Über fünf Monate Inhaftierung folgten für Eva. Jetzt können wir erleichtert verkünden: Eva Michelmann ist am Freitag sicher nach Deutschland zurückgekehrt.

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Ende Februar wurde die Information bekanntgegeben, dass die beiden Journalist:innen, nachdem sie mit weiteren Zivilist:innen in einem DAANES-Gebäude Zuflucht gesucht hatten, während des Angriffs der Streitkräfte der syrischen Übergangsregierung (STG) von Al-Scharaa verschleppt wurden. Es wurde vermutet, dass sie von STG-Streitkräften entführt und verhaftet wurden, doch für lange Zeit blieben Informationen über die Geschehnisse aus. Danach folgte hier in Deutschland, in Europa und darüber hinaus eine hartnäckige Arbeit durch die Initiative »Wo sind Eva und Ahmet?« in Zusammenarbeit mit den Familienangehörigen, Rechtsanwälten, zahlreichen Organisationen und Aktivist:innen mit dem Ziel, die beiden verschwundenen Journalist:innen aufzufinden und ihre aktuelle Situation aufzuklären. Es folgten zahlreiche Versuche, Kontakt zur deutschen Bundesregierung aufzunehmen, es wurde Druck auf das Auswärtige Amt ausgeübt, Pressekonferenzen abgehalten und Protest auf der Straße organisiert – zunächst mit dem Ziel der Aufklärung ihrer Situation sowie nach Bekanntgabe ihrer Inhaftierung, mit dem Ziel, ihre Freilassung zu erwirken.

Es war diese koordinierte Arbeit und Hartnäckigkeit, die schlussendlich die Freilassung von Eva Michelmann erwirken konnte. Eine Arbeit, welche die Notwendigkeit, Solidarität mit politischen Gefangenen zu organisieren, aufzeigt und beweist, dass ein Kampf für ihre Freiheit Erfolg bringen kann. Als Initiative möchten wir hiermit all den werktätigen Journalist:innen, Nachrichtenportalen, NGOs, Politiker:innen und Aktivist:innen danken, die sich über die vergangenen vier Monate um die Aufklärung und Freilassung von Eva bemüht haben. (…)

Auch wenn wir erleichtert Eva Maria Michelmann wieder in Deutschland begrüßen konnten, befindet sich ihr Arbeitskollege Ahmet Polad, Moderator für Özgür TV und Autor für Kurdistana Azad, weiterhin in syrischer Haft. Aktuell liegen keine offiziellen Informationen über seinen Gesundheitszustand, seine Haftsituation oder die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor. Genau deswegen ist es notwendig, unsere Arbeit für den Journalisten Ahmet Polad fortzusetzen und schnellstmöglich seine Freilassung zu erwirken. Journalist:innen, die die Wahrheit über die Situation in Kriegsgebieten aufdecken, dürfen keiner Kriminalisierung ausgesetzt werden.

Der Fall von Eva und Ahmet ist nur ein Beispiel von vielen. Während der Großoffensive im Januar 2026 wurden Tausende Menschen entführt, ermordet, und es kam zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, die unter anderem in dem Menschenrechtsbericht des Rojava Information Centers dokumentiert wurden. (…)

Themen:
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.06.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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