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Tod in ICE-Haft
Mehr Tote in US-Einwanderungsgefängnissen
Der rassistische Kurs Washingtons hat Folgen: 50 Menschen sind seit dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar 2025 in US-Einwanderungshaft gestorben. Dies geht aus Aufzeichnungen der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) hervor, von denen Reuters am Mittwoch berichtete. Zwischen 2009 und 2024 kam in US-Einwanderungshaftanstalten jährlich ein Todesfall auf 3.848 Inhaftierte – berechnet auf Basis der durchschnittlichen täglichen Belegung der Einrichtungen –, wie eine Reuters-Analyse von ICE-Daten ergab. Diese Rate hat sich seit Trumps Rückkehr ins Amt mehr als verdoppelt und liegt nach vorläufigen Daten bis Anfang Juni bei etwa einem Todesfall pro 1.630 Personen.
Die Ursachen für Todesfälle unter Inhaftierten können komplex sein und sind nicht zwangsläufig auf Vernachlässigung oder Misshandlung zurückzuführen. Doch drei Experten für Todesfälle in Haft, die für Reuters ICE-Unterlagen und Autopsieberichte geprüft haben, sagten, die steigende Rate und andere Daten gäben Anlass zur Sorge hinsichtlich der Qualität der Aufsicht und der medizinischen Versorgung in Haftanstalten, deren Belegung unter Trump sprunghaft angestiegen ist. Aber auch sein Vorgänger Joe Biden hatte bereits im Wahljahr 2024 mehr Menschen in Einwanderungshaft gebracht. Als Trump sein Amt antrat, hielt die ICE etwa 40.000 Einwanderer fest – ein Anstieg gegenüber dem Tiefstand der Biden-Ära von etwa 14.000 im Februar 2021 während der Coronapandemie. Aktuell sind 57.000 Menschen mit Einwanderungsgeschichte inhaftiert, nach einem Höchststand im Januar. Nach einer großangelegten Razzia in Minneapolis war die Zahl auf 70.000 Personen hochgeschnellt.
Aus den Unterlagen der ICE geht hervor, dass 21 der 50 Fälle erst entdeckt wurden, nachdem die inhaftierte Person bereits verstorben oder nicht mehr ansprechbar war. Diese Todesfälle, darunter zehn Suizide, seien besonders besorgniserregend, da sie auf eine mangelnde Überwachung der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie auf eine verspätete medizinische Versorgung hindeuten könnten, erklärte der Mediziner Sanjay Basu. Er hat Todesfälle in ICE-Haft untersucht und ist einer der drei Experten, die die Daten für Reuters ausgewertet haben. Herzinfarkte und Herz-Kreislauf-Probleme waren für 16 Todesfälle verantwortlich, was auf mögliche Probleme bei den anfänglichen Gesundheitsuntersuchungen und der Behandlung chronischer Erkrankungen hindeutet.
Laut der Assistenzprofessorin Chanelle Diaz zeigten die Daten und Unterlagen, dass die Behörde sich dafür entscheide, medizinisch gefährdete Menschen in Haft zu nehmen, was zu einem »Anstieg vermeidbarer Todesfälle« führe. »Das System ist nicht für die Behandlung chronischer Erkrankungen ausgelegt.« Diaz wies zudem darauf hin, dass mindestens zwei der verstorbenen Häftlinge an Demenz gelitten und keine Gefahr für die Öffentlichkeit dargestellt hätten. (Reuters/jW)
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