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Sozialer Protest

Tote und Festnahmen nach Demonstrationen in Kenia

Foto: Andrew Kasuku/ap/AP/dpa
Auch in Kenia soll die Bevölkerung die Zeche für imperialistische Politik bezahlen (Nairobi, 19.5.2026)

Nairobi. Im Zusammenhang mit Protesten gegen gestiegene Spritpreise sind in Kenia mehr als 700 Menschen festgenommen worden. Das teilte die Polizei des ostafrikanischen Landes mit, nachdem es bei Demos am Montag zu gewaltsamen Polizeieinsätzen und Ausschreitungen gekommen war. Innenminister Kipchumba Murkomen sprach von vier Toten und mehr als 30 Verletzten. Es ist die schwerste Krise in dem Land mit rund 58 Millionen Einwohnern seit den Jugendprotesten im Jahr 2024.

Auslöser war eine vergangene Woche verkündete Erhöhung der Treibstoffpreise auf umgerechnet 1,61 Euro pro Liter Diesel und 1,42 Euro pro Liter Superbenzin in der Hauptstadt Nairobi. Der Anstieg um umgerechnet je 31 und elf Cent pro Liter gehört zu den höchsten je verzeichneten Preiserhöhungen, die Finanzminister John Mbadi als notwendige Reaktion auf die globale Wirtschaftslage in der Folge des Iran-Kriegs verteidigte.

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Transportunternehmer hatten daraufhin ab Sonntag zum Streik aufgerufen. Vor allem der Ausstand der von Pendlern genutzten Kleinbusse, als Matatus bekannt, legte Teile der Wirtschaft lahm. Viele Geschäfte und Schulen blieben geschlossen, Straßen in Nairobi und anderen Städten waren menschenleer.

Vertreter der Regierung und des Transportsektors verkündeten am Dienstag gemeinsam, den Streik für Verhandlungen eine Woche lang auszusetzen. Die Regierung werde den Forderungen Gehör schenken, dafür seien aber friedliche und legale Mittel nötig, sagte Innenminister Murkomen. Die Energiebehörde senkte den Dieselpreis am Montag abend wieder um umgerechnet sechs Cent. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen am 19.05.2026, Ausland

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