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Deutscher Buchhandlungspreis

Weimer kneift

Nach dem Ausschluss dreier Buchhandlungen von der Kandidatenliste für den Deutschen Buchhandlungspreis hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) die Verleihung abgesagt. Die aktuelle Debatte um den Vorgang drohe den Sinn der Veranstaltung »zunehmend zu überlagern«, teilte ein Sprecher Weimers am Dienstag in Berlin mit. Eine angemessene Würdigung scheine »in einem solchen Kontext kaum noch möglich«. Die Bekanntgabe der Preise erfolge in anderer Form.

Drei Buchhandlungen, die für den Preis vorgesehen waren, waren von Weimer nachträglich von der Liste der Ausgezeichneten gestrichen worden, weil dem Verfassungsschutz »Erkenntnisse« über diese vorlagen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels forderte eine Offenlegung der Gründe. »Die Kunst- und Meinungsfreiheit sind für die Arbeit der Buchhandlungen und unsere gesamte Gesellschaft von größter Bedeutung«, erklärte der Branchenverband.

Die Verleihung des Preises war für Donnerstag kommender Woche im Rahmen der Leipziger Buchmesse geplant. Nach der Absage würden die ausgewählten Buchhandlungen Preisgeld und Urkunde »auf direktem Weg erhalten«, hieß es nun. »Wir werden zudem zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Diskussion im Rahmen einer öffentlichen Dialogveranstaltung über Kunst- und Meinungsfreiheit und die Bedeutung staatlich finanzierter Kunstpreise einladen.« (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.03.2026, Seite 10, Feuilleton

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